Donnerstag, 23. Juli 2015

Alles nur geklaut: La Miche


Die Idee kommt von Frau Lüthi. Frau Lüthi und ihren kurzen, prägnanten Posts. Es gibt da ein Foto (quadratisch), wenige Worte – im Wesentlichen spricht das Essen für sich.

Ich finde das erholsam zwischen all den Bilderfluten, die offenbar inzwischen üblich sind. Und ich glaube mit Katharina, dass die Romane, die sich drumherum ergießen, ohnehin kaum einer liest (Martenstein hat neulich erklärt, wieso.).

Ich lasse dieses Brot also einfach so stehen. An meiner grundsätzlichen Begeisterung für den Teig hat sich nämlich nichts geändert – bloß, dass ich auf die Brotform noch ein bisschen stolzer bin.

Sonntag, 19. Juli 2015

Krümelmonster: Körnerbrötchen nach Ketex


Sie sind überall: Auf dem Tisch. Unterm Tisch. Im Ofen, auf der Arbeitsfläche – irgendwann: im ganzen Haus. So sehr ich Körnerbrötchen mag: Das Gekrümel ist die Hölle.

Ich bin darum dazu übergegangen, Ketex' Vorlage ohne Körnerhülle zu backen (oben: das Original). Obendrein habe ich mir erlaubt, das Ganze auf Übernacht-Gare anzupassen und den Vollkornanteil deutlich zu erhöhen. Der macht die Brötchen minimal weniger flaumig, aber umso mehr so, wie ich sie mag.

Sonntag, 12. Juli 2015

Von der Leber weg: Lasagne verdi al forno


„Carlotta behauptet, ein kleines bisschen Tomate sei akzeptabel. Aber Artusi, ich schwöre Ihnen, Artusi würde sich im Grab umdrehen.“ 
Tom Hillenbrand, Tödliche Oliven*

Es gab eine Zeit, da konnte es mir nicht literarisch genug sein. Ich las Grass, García Márquez, Sartre... ein Literaturnobelpreis war das mindeste, drunter nahm ich ein Buch kaum in die Hand. Dabei habe ich vermutlich nicht die Hälfte von dem verstanden, was die Schwedische Akademie für auszeichnungswürdig hielt. Egal: Hauptsache, es hatte Nimbus (und machte sich später gut im Regal).

Dann – kamen die Krimis: Seichte Krimis, krasse Krimis, Krimis aus Schweden, England, la France. Bücher, die – je nach Umfang – kaum einen Abend halten. Bücher wie Tom Hillebrands Kieffer-Tetralogie:

Xavier Kieffer, dieser Fast-Sterne-Koch, hat dem Gastro-Zirkus schon vor Jahren den Rücken gekehrt, und – ja: Nimbus gegen Normalsterblichkeit getauscht. Bei ihm gibt’s Hasenpfeffer statt Haute cuisine, Sauerbraten statt Schäumchen – und, immer wieder: Mord. Der eine hat mit Thunfischen zu tun, der andere mit Geschmacksverstärkern, Lebensmittelspekulation – oder, wie oben: mit Oliven. Und während Kieffer rauchend und fluchend quer durch Europa ermittelt, erfährt man en passant ganz viel übers Kochen, Essen und das kulinarische Wie und Warum. So wie die Sache mit der Bolognese:

„Was sagt der Meister denn?“, fragte Kieffer.
„Zwiebeln, Karotte, Sellerie. Dazu Kalbfleisch, am besten Filet und vielleicht noch ein bisschen Herz. Über die Fleischsorten kann man reden, bezüglich der Tomaten erübrigt sich jede Diskussion.“ 
Tom Hillenbrand, Tödliche Oliven*

Es gab eine Zeit, da hat man mich „Lotta“ genannt. Weshalb es, denke ich, in Ordnung ist, dass ich ein es wie die Dame oben halte und ragù MIT Tomaten(mark) serviere. Ich hoffe, Pellegrino Artusi verzeiht es mir (und Tom Hillenbrand auch). Es schmeckt nämlich formidabel.

Dienstag, 7. Juli 2015

Zusammen isst man weniger allein, oder: Kokos-Gurkensalat mit Räucherforelle und Pfeffer-Reis-Topping


Ich könnte jetzt sagen, dass es am Küchentisch liegt. An meinem Küchentisch, der gleichzeitig mein Arbeitsplatz ist. Das würde auf jeden Fall besser klingen als: „Mein Rechner läuft beim Essen.“ Ich meine damit nämlich nicht, dass er einfach noch an ist. Ich bin an – ihm dran. Nicht so – nein. Aber zum Beispiel auf diesem Blog. Woanders. Manchmal läuft ein Film.
Eine Foodbloggerin, die sich nicht auf ihr Essen konzentriert. Das ist in etwa so, als würde die Kanzlerin erklären, sie schlafe am besten im Parlament. Sowas geht nicht. (Und wenn doch, sagt man das bitte nicht laut.)

Aber es ist Realität – zumindest, solange ich mit meinem Essen alleine bin. Bin ich beim Kerl, mit anderen unterwegs, ist das überhaupt kein Problem. Dann ist mein Essen mein Essen und es gibt nichts Schöneres auf der Welt.

Und ich weiß ja, dass das besser ist. Dass man „achtsam“ sein soll mit sich und seiner Nahrung. In Ruhe, im Sitzen, bewusst. Ich weiß, dass das auch für alles andere gilt. Und manchmal denke ich sogar dran. Dann, wenn einer dieser Kracher auf dem Teller liegt. Eins dieser Gerichte, das so uneingeschränkt präsent ist, dass nichts anderes zählt.
Stäbchen helfen dabei. Und Fischsauce.