Donnerstag, 26. Juni 2014

Nobel geht die Welt zugrunde: Burger mit Spiegelei, Pak Choi und Trüffelcreme im Sesambrötchen. Dazu: Ofen-Fritten.


Ich hätte nicht gedacht, dass das mal passiert. Dass ich dasitzen würde, ein Burger-Buch in den Händen, um genau das zu rezensieren. In Sachen Burgern haben meine Eltern dereinst nämlich ganze Arbeit geleistet: Burger = Mäckes = Teufelszeug. Und das war nicht einmal ein Punkt, den ich rebellionswürdig fand.
Dass Burger – wie einiges anderes auch – nicht nur großartig schmecken können, sondern obendrein gewissen Nährwert besitzen, habe ich erst deutlich später entdeckt.

Wie dem auch sei: Inzwischen fröne ich einer kleinen Obsession, die Psychologen sicher in vielerlei Hinsicht bemerkenswert fänden, brate Burger um Burger und, wiegesagt, widme mich einem einschlägigen Werk. Das sich da passenderweise „The Art of Burger“ nennt und aus dem Hause Umschau stammt – manche werden sich erinnern.

Der Clou dabei ist: Ich darf aus diesem Buch, das mir freundlicherweise von einem Kooperationspartner zur Verfügung gestellt wurde, kochen, davon schreiben und fertig ist der Lack. Keine Kosten, kein (großer) Ärger, kein nix. Und sämtliche geäußerte Meinung bleibt freilich meine eigene.

Die da geht: Bestellung und Versand klappen unkompliziert und problemlos, zum Rückversand kann ich nichts sagen, weil ich das Buch nicht mehr hergeben werde, und der Rest des Ladens ist so übersichtlich und sortiert, wie man das eben kennt. Sämtliche Testsuchen – namentlich Lutz' Brotbackbuch, Hermés PH10 und Niki Segnits Geschmacksthesaurus – waren erfolgreich. Bloß für Sigrid Neudeckers Madame ist willig musste ich aus irgendeinem Grund ein bisschen länger tippen. Aber: Auch das ist da.

Und natürlich viel spannender: Das Buchwerk selbst.
Beim Auspacken war ich ein wenig erstaunt ob der Größe: Hatte ich nach den Bildern im Netz eher etwas von der Gewichtsklasse eines Deutschland oder Österreich vegetarisch erwartet, hielt ich ein durchaus dünneres Bändchen in der Hand. Aber: 176 Seiten sind trotzdem 'ne Ansage.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Alternativlos: Teriyaki-Burger mit Ananas, Avocado & roten Zwiebeln. Dazu: Chips aus der Mikrowelle.


„Ich habe,“ sage ich am Abend zum Kerl, „gerade einen leichten Burger-Tick.“
Und der Kerl sieht auf von dem Exemplar in seinen Händen und mich an und sagt: „Gibt Schlimmeres,“ und beißt ab, dass es nur so tropft.
Ich nicke und tue es ihm nach und bin sehr, sehr zufrieden.

Dabei habe ich mich wirklich angestrengt und überlegt, ob ich stattdessen Galettes machen sollte oder mal was mit Kartoffeln oder Spargel oder so. Aber da war dieses Bild in meinem Kopf mit all' den Farben und Geschmäckern und jede Idee, die nicht mindestens genauso bunt aussah und ähnlich Kurioses versprach, musste ich leider wieder verwerfen.
So schrieb ich dann Rinderhack auf den Einkaufszettel und Ananassaft und wartete auf den Abend.

Und wurde belohnt: Allen Was-macht-das-Obst-in-meinem-Essen-Vorbehalten zum Trotz passt die angebratene Ananas perfekt zwischen Fleischsaft und Teriyakisauce. Mit Avocado und roten Zwiebeln macht man grundsätzlich nichts falsch.
Dazu die Entdeckung Chili-Brötchen aus meiner Entdeckung „The Art of Burger“*, die ganz dringend ganz bald erwerben muss: Heißer Tic... äh: Tipp.

Achso, und wer Skepsis bezüglich Chips (Stichwort Kartoffeln) aus der Mikrowelle hegen sollte: Das klappt ausgesprochen hervorragend und schmeckt sogar so. Die Kollegen aus dem Backofen kommen da nicht ran. Und so lange ich keine Fritteuse besitze...

Sonntag, 15. Juni 2014

Mixed Pickles, oder: Das, was keiner sehen soll



Das Beste kommt zum Schluss. Nach dem Abspann. Wenn das Licht schon fast an ist und die Hälfte des Kinosaals auf dem Weg nach Hause. Dann gibt's das, was eigentlich keiner sehen soll. Stolpern, stottern, das große Chaos.
Ich liebe es.

Ist das noch Schadenfreude oder schon Mitgefühl – ob der Menschlichkeit cineastischer Heroen, der  Fehlbarkeit, die man selbst so gut kennt (nicht zuletzt aus der eigenen Küche)?

Verena hat vorgelegt, Christina schon vor zwei Jahren, und neulich habe ich das zugehörige Blogevent wiederentdeckt; Outtakes, mon amour. Im Netz mindestens ebensogern wie auf Leinwand.

Und weil wir gestern nach knapp zwei Stunden Schnippeln und Rühren und Machen und Tun vor unseren Tellern saßen und darauf ein Abendessen fanden, das zwar ganz hervorragend aussah, sich im Mund allerdings maximal durchschnittlich verhielt: et voilà, die Nominierten –

Montag, 9. Juni 2014

Geht doch: Tempeh-Sandwich mit Avocado, Sprossen und Salat


Den Versuch mit Hummus beschied der in Geschmacksfragen nicht ganz so radikale Kerl mit einem salomonischen „Jetzt-eher-nicht-so-der-Kracher“. Ich, Fraktion Ganz-oder-gar-nicht, fand das aromafreie Einerlei in meinem Mund dagegen ziemlich mies. Und schade: Vielversprechend ausgesehen hatte das Ganze schließlich.

So stand ich dann da mit einer halben Rolle Tempeh und Sprossen für eine ganze Fußballmannschaft. Die Idee, ersteres in einem sauren Soja-Honig-Gemisch zu baden und anschließend knusprig zu rösten, war an sich nicht schlecht. Auch der Gedanke, das Ganze auf Brot zu legen und mit Sprossen zu bestreuen, gar nicht doof. Bloß Hummus hat da nix zu suchen. Stattdessen: Avocado und Salat.
Ich sag' mal: Kracher.

Montag, 2. Juni 2014

Käsetoast deluxe – ein Dialog.


Aus der beliebten Serie „So einfach, so gut“, heute: Der Käsetoast.

Stellen wir uns einen Mann vor und eine Frau. Langsam, Stufe für Stufe, steigen sie eine Treppe hinauf. Sie sehen ein bisschen müde aus, kommen vom Bouldern.
„Pfannkuchen oder Käsebrot“, fragt die Frau den Mann zwischen zwei Schritten.
Der Mann überlegt einen Absatz lang. „Weiß nicht“, sagt er schließlich und stapft weiter hinter ihr her.
„'Weiß nicht' hilft uns nicht“, sagt die Frau.
„Dann entscheide du“, sagt er, Tapp, Tapp.
„Aber ich weiß es doch auch nicht“, sagt sie und klingt ein bisschen konsterniert, „deswegen frag' ich ja!“
Der Mann zuckt mit den Schultern, aber das kann sie nicht sehen.

„Mh“, sagt die Frau, als sie oben angekommen sind, den Schlüssel in der Hand. „Pfannkuchen hatten wir länger nicht. Aber in dem Käsetoast könnten wir das Brot verbrauchen, das ich zum Wandern gebacken habe, und das wir jetzt ja gar nicht gegessen haben.“
„Stimmt“, sagt der Mann und bückt sich nach seinen Schnürsenkeln.
„Gut“, sagt die Frau, „dann gibt es Käsetoast“, und schiebt den Schlüssel ins Schloss.