Montag, 31. März 2014

Schaum schlagen: Orangentorte mit italienischer Meringue

Manchmal macht mir das alles ein bisschen Angst. Die Bloggerei, die damit verbundene Recherche... man stößt auf Gelüste, von denen man nie geahnt hätte, dass es sie gibt. Marshmallows zum Beispiel, oder zu Deutsch: Mäusespeck. Hielt ich lange für den Ausbund an Widerlichkeit. Konsistenz, Geschmack – pfui deibel.

Was mich Weihnachten nicht daran hinderte, welche zu machen. Und festzustellen, dass Marshmallows in Kakao gelöst eine bomforzionöse Sache sind.
So gut, dass ich mich dabei ertappte, Kollegen Marshmallow Fluff – wahlweise: Schaumkussfülle oder italienische Meringue – zu begutachten und zu finden, dass das gar nicht so absurd aussieht. Sicher: Eiweiß und Sirup sind alles andere als Vollwertfraß, aber selbstverrührt auch nicht das Teufelszeug schlechthin.

Irgendwann steht man dann also da mit einer Torte, auf die genau das gehört. Die gefüllt ist mit einem Orange Curd, das allein Elogen wert wär'. Und die viel zu schnell verschwindet.
Fanden die Mitgenießer. Fand ich selbst.

Achso, und sollte was übrig bleiben von der Meringue: Brot, Erdnussbutter, Fluff. Nennt sich „Fluffernutter“ und schmeckt – ja: bomforzionös.

Samstag, 29. März 2014

Der letzte Krümel, oder: Amsterdam.

Unweit der Uni waren es in Amsterdam zwei Schaufenster, vor denen ich stehen blieb. Kuchen, Quiches, Scones, Croissants. Und zwar: Super Kuchen, tolle Quiches, kernige Scones und diese Croissants...! Ich hatte Appetit.
Hinter den Scheiben drängte man sich: Mädels mit Haarknüddeln auf dem Kopf, Kerle in beuligen Anoraks, und Platz war sowieso nicht viel. Wir gingen weiter.

Eine dreiviertel Stunde später waren wir wieder da; ich hatte Hunger. Man drängte sich noch immer und wir versuchten, in näherer Umgebung ein Äquivalent zu finden.
Zwanzig Minuten später standen wir wieder vor dieser Scheibe – und hatten Glück: Zwei Weinkisten waren drinnen gerade frei geworden.

Dienstag, 25. März 2014

Es ist noch Suppe da: Curried Apple, Potato and Carrot Soup


Den Kartoffeln war nach Expansion zumute, der Apfel hatte eine dicke Delle. Die Karotten spielten Gummitwist und der Vorratsschrank hatte nicht viel mehr auf Lager als ein einsames Döschen Kokosmilch.
Am letzten Abend vor dem Urlaub passte alles perfekt: Die Taschen gepackt, der Kuchen im Ofen, das Chaos (weitgehend) beseitigt. Fehlte: Ein Abendessen – aus besagten Ingredienzien.

Google schlug Suppe vor.
Ich hätte nie gedacht, dass Karotte, Kartoffel und Kokosmilch so gut zu Apfel und Curry passen – aber genau das ist der Fall. Was so aus dem Topf kommt, schmeckt wunderbar rund und voll – Qualitäten, die an die eine Kürbissuppe erinnern, der es tatsächlich gelang, meine One-and-only-Komposition vom Thron zu stoßen.
Ich fürchte nun, wir müssen öfter in den Urlaub fahren. Oder ganz schnell auf den Markt...


Dienstag, 18. März 2014

Far from ordinary: Bacon Jam Pizza


„Hast du heute auch einen Pi-Pie gebacken?“, wollte der Kerl elektronisch von mir wissen und verwies – garantiert grinsend – auf diesen Artikel.
Ich grunzte: 14.3., Pi-Tag – wie konnte mir das entgehen! Als Freundin eines Naturwissenschaftlers... ein Sakrileg.
Ich formulierte ausführliche Erklärungen und schloss mit dem Hinweis, dass für den Abend immerhin etwas mit „Pi-“ geplant sei.

Genauer: Bacon Jam Pizza. Eins dieser Kuriosa, die ich so mag: Pizza mit Tomatensauce, Schinkensalamipilzen und Käse? Ja, nett, aber geht das auch innovativer? Wie wär's mit Carbonara, Zitrone, Ei – oder eben: Marmelade aus Speck?
Die schmeckt leicht süßlich und trotzdem herb. Vor allem an den Stellen mit den Cherrytomaten fand ich das Ganze ganz schön prima.

Bloß eine aromatischere Grundlage hab' ich vermisst: Zwar ist unser Teig volle drei Tage im Kühlschrank gereift, und hat im Ofen die herrlichsten Blasen geworfen, aber geschmacklich war er allenfalls durchschnittlich – schade!

À propos kurios: Derweil ich euch diese Pizza serviere, treiben wir uns hier herum. Ich bin sehr gespannt auf die kulinarische Komponente... :D

Samstag, 15. März 2014

State of the Art: Streichzarte Schokonusscreme & Bilderbuch-Bagel


Darf ich mich dazustellen, Eva, Micha? So wie ihr um eure Brote ringt, kämpfe ich mit Bagels: Zu weich, zu flach, ein einziges verwachsenes Monstrum – ob ich am Ende tatsächlich Kleingebäck aus dem Ofen ziehe, das diesen Namen verdient, ist echtes Roulette.

Oder: Ein langer Lernprozess (Ein Kurs bei Lutz würde auch mir nicht schaden, im Gegenteil!). Ich weiß jetzt, dass man das Backpapier ölen sollte, auf das man die Teiglinge zum Gehen legt, und dass eine Fettpfanne die ideale Abdeckung ist. Teig, der nicht zur Übernachtgare gedacht ist, sollte auf keinen Fall so behandelt werden – und wenn im Rezept etwas von „Kühlschrank“ steht, dann hat das seinen Sinn! Der Trick mit dem zerschnippelten Backpapier von Gabi ist Gold wert – und am Ende ist es doch ein bisschen Glück.

Und wenn wir schon bei „learnings“ sind, wie es Neudeutsch heißt: Die perfekte Schokonusscreme ist nichts als eine Frage des trial and error. Massen, die im warmen Zustand streichfähig sind, bleiben das nicht lange, garantiert (diese auch nicht, leider). Nüsse, die nicht wenigstens restwarm sind, lassen sich dafür gar nicht erst in solchen Zustand versetzen. Und spare nie, wirklich nie, an der Güte deiner Schokolade!

Umgekehrt bedeutet das: Wenn die Creme einer Puddingsauce gleich vom Messer rinnt, ist sie zwei, drei Stündchen später – richtig: perfekt. Und der Kerl ist ein kritischer Tester, wenn es um Schokonusscremes geht, Ausschlusskriterium „zu nussig“.
Diese hier verteilte er genüsslich auf seinem Bilderbuchbagel und vertilgte beides mit einem Lächeln auf den Lippen.

Darum (sorry, Eveline): Mein vorläufig letztes Wort in Sachen Nutella. Und Bagels.

Mittwoch, 12. März 2014

Ein Plädoyer: Kimchi Grilled Cheese Sandwich & wirklich fantastisches Blutorangen-Zimt-Dressing auf Salat


Kimchi war das einzig Positive bei einem Besuch in einem als ausdrücklich authentisch gerühmten koreanischen Restaurant. Der Rest der Karte war gespickt mit Fußnoten, in denen von „Farbstoffen“ zu lesen war und „Geschmacksverstärkern“. Die rühmlichen Ausnahmen – doch, es gab sie – entpuppten sich als leider nur eher so geht so. Doof.

Es tut mir leid, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, was an künstlichen Geschmacksverstärkern authentisch sein soll. Zumal ich bei meinen (leider bisher nur) virtuellen Reisen gen Asien nicht den Eindruck hatte, als gehöre derlei notwendig dazu – in Korea oder sonstwo. Sicher: Es gibt sie, die Fälle. Aber die Regel sind sie (hoffentlich) nicht.

Ich mag es pur. Ich will, dass meine Kartoffel nach Kartoffel schmeckt und mein Salat nach Salat (und nicht nach Kartoffel-nur-noch-viel-kartoffeliger und Mannomann-was-für-'n-krasses-Zeug). Und ich weiß, dass das mal mehr so sein kann und mal weniger – je nach Jahreszeit, Zubereitung, Qualität des Produkts.
Das ist der Grund, weshalb ich den Markt besuche. Weshalb ich wissen will, woher das kommt, was ich esse. Weshalb ich versuche, möglichst viel selbst zu machen. From scratch, wie man in Amerika sagt.

Natürlich ist das Arbeit. Natürlich kostet das Zeit (wobei ich die unter quality time verbuche, aber das ist eine andere Geschichte). Aber das Ergebnis ist es – richtig – mehr als wert.

Mir ist schon klar, dass Plädoyers wie dieses unendlich oft verfasst worden sind. Dass es eine Art Blogger-Gesetz ist (und damit vielleicht auch ein Luxusproblem), regional und saisonal und, ja: authentisch zu kochen. Aber ich weiß auch, dass es jenseits dessen ganz schnell aufhört mit dem Qualitätsbewusstsein und Nachhaltigkeitswissen – in koreanischen Restaurants, an Supermarktkassen, beim Bäcker im Bahnhof.
Und das finde ich unheimlich schade.

Es ist ja meistens wirklich nicht schwer: Eine Ladung Kimchi braucht – zugegeben – zwei, drei Zutaten, ein Messer und eine Schüssel, mais c'est ça. Dieses wirklich ganz grandiose Dressing auch. Und (vernünftiges) Brot zu schneiden, schafft jeder, oder (Lach' nicht, Kerl!)?
Prima.

Dienstag, 11. März 2014

Aufräumarbeiten: Cremiges Schokoladeneis ohne Eismaschine


Ich hätte (m)ein Wörtchen mitzureden. Prokrastination? Eins plus mit Sternchen! Ich habe gelernt, Kimchi zu machen und Marmelade mit stinknormalem Zucker. Ich bin ganz nah dran an Omas Pfannkuchen und Eis – Eis kann ich jetzt auch.

Das geht nämlich prima auch ohne Maschine oder aufwändige Kocherei und Ei. Man muss nichtmal alle halbe Stunde rühren (um dann doch mit einem beinharten, kristallinen Block dazustehen). Der Trick? Kondensmilch und Sahne.
Eine Kombination, die ich dringend mit anderen Zutaten paaren muss. Karamell und Mandeln zum Beispiel, wie bei Verena. Weiterhin Keksstücken, Honig, Pistazien, Kaffee, Whisky und Rum.

Das aber dann, wenn die Dinge, die stattdessen getan werden sollten, wirklich endlich erledigt sind. Viel ist es auch gar nicht (mehr). Man könnte also schnell noch...

Weiteres Nebenprodukt meines Ablenkungsverhaltens sind übrigens ein aufgeräumter(er) Blog: Beiträge, von denen ich aus verschiedenen Gründen nicht mehr überzeugt bin, habe ich gelöscht (vielleicht fliegt noch mehr), außerdem Dinge, die ich so nicht wieder machen würde. Ich habe einige Bilder nachbearbeitet und überlege noch, wie ich Überblick und Über-Seite aufbessern könnte.
Irgendwann. Bald. Mal sehen.
Bis dahin:

Donnerstag, 6. März 2014

Ein Königreich für Kohlenhydrate: Bretzel-Burger mit Bier-Fritten aus dem Ofen


Nein, dies ist kein Fastenpost. Dabei bin ich hocherstaunt, wer derzeit so alles auf was verzichtet – Chapeau. Ich selbst habe mit derlei einige eher unschöne Erfahrungen gemacht – wenn man's macht, macht man's zu richtig – und halte es seither mit Benjamin-Franklin-Oscar-Wilde-oder-wer-auch-immer-erstmals-den-Ausspruch-tat: „All things in moderation – including moderation.“

Das gilt freilich auch für Fast Food. Oft gibt es das nicht. Und wenn doch, dann bitte vom Händler des Vertrauens – dreimal dürft ihr raten, wer nicht dazugehört – oder noch besser: aus der eigenen Küche.

Dem Kerl war am Wochenende nach Burgern – leider zu einem Zeitpunkt und an einem Ort, zu bzw. an dem die Quellenlage... nun: problematisch war (Die Alternative leider auch, aber das ist eine andere Geschichte). Außerdem konnte der gute Mann nicht ahnen, dass ich längst ein „Projekt“ in der Pipeline hatte: Ofenburger mit Bierfritten, Foodgawker sei Dank.

Der Kerl bekam also seinen Burger, nur ein bisschen später. Vielleicht auch ein bisschen besser. Jedenfalls bedachte er, derweil ich noch über meine Portion gebeugt mit widrigen Lichtverhältnissen focht, sein Exemplar mit einem ausdrücklichen „Mh!“ Ich selbst war, als ich das Unternehmen „Foto“ zu den Akten gelegt hatte, ebenfalls hocherfreut. Bei den Fritten waren wir uns nicht ganz sicher, ob man das Bier tatsächlich schmecken kann oder nicht (tatsächlich mal über Nacht ziehen lassen?) – jedenfalls schmeckten auch die höchst anständig. Ein Rest Mayo dazu... schöne Sache.

Ach, und von wegen „Fast Food“: Drei Stunden sollte man einkalkulieren, wenn man – wie hier – alles selber macht. Allerdings lohnt sich das. Ein Königreich für Kohlenhydrate.

Montag, 3. März 2014

Herr K. kann einpacken: Peanut Butter & Honey-Granola


Man kennt so genannte Totschlagargumente, meist endend auf „- basta“. Weiterhin gibt es Totschlagkombinationen, die bestehen beispielsweise aus Lachs und Dill. Oder Rosine und Zimt. Milch und Honig. Sowie: Honig und Erdnussbutter.

Ein namhafter Cerealienkonzern weiß das natürlich und vertreibt darum ein Produkt, das ebendiesen Honig mit besagten Nüssen, ein, zwei anderen Dingen und Cornflakes kombiniert. „Crunchy Nut“ heißt das Ganze und schmeckt durchaus prima. Ein wenig süß, sicher, aber das ist an dieser Stelle ja nicht weiter überraschend.

Zumal auch unsereins ja Ansatzpunkte braucht: Beispielsweise in der Reduktion dieser Süße, außerdem der Elimination gewisser Zusätze. Um schließlich mit etwas dazustehen, das optisch vielleicht nicht hundertprozentig dem Original entspricht, geschmacklich aber locker mithält. Insbesondere in der Kombination mit Milch. Nur so von wegen Totschlagargument...