Samstag, 25. Januar 2014

Grand Opéra: Gleichnamige Schnitte mit Kaffee und Rum


Vielleicht ist es hin und wieder angeklungen: Jenseits meines Daseins im Netz habe hatte ich mit Dingen zu tun, die mit dem Namen zu tun haben, den diese Torte trägt: Oper, Musik, das große Ganze.
Das ist weniger geworden – derzeit sind es eher Medien, Kommunikation, ein bisschen Schreiberei. Und ich bin nicht böse drum.
Es gibt Dinge, die verlieren Reiz, wenn man sie tun muss (gar täglich!) und nicht länger nur darf.

Ich mag Musik. Die dicke Sinfonik, das kleinere Schöne, le grand opéra. Ich möchte, dass das so bleibt. Weshalb es mir, glaube ich, gut tut, das alles zu dürfen, nicht aber zu müssen. Es in den Dosen zu genießen, die mir niemand diktiert – mal weniger, mal mehr.
Ich frage mich oft, wie das mit der Kulinarik wäre. Wo da das Limit liegt. Ob das ein Ziel sein könnte.

Weil es so zufrieden macht, sich Ziele zu erarbeiten wie dieses: Drei Böden, drei Massen, ein wenig Glasur. Weil es konkret ist und trotzdem nicht sicher (Letztere beispielsweise hätte ich gerne fester gehabt – Eva, hast Du 'ne Idee?). Weil es Konzentration erfordert und trotzdem entspannt. Weil es noch besser ginge – und trotzdem schon schmeckt.
Bon appétit.


Donnerstag, 23. Januar 2014

Abend(brot)kuchen: Nuss und Karotte statt Hafer und Roggen.

Ich hab's ja nicht so mit Abendbrot. Beziehungsweise: Ich hab es abends nicht so mit Brot. Ich esse Suppe, Auflauf, das eine oder andere Ei... bloß eben nicht wie vermutlich 90 Prozent der Deutschen: Butter, Brot, Belag.

Dabei habe ich eigentlich nichts gegen Brot. Für gutes Brot bin ich einiges bereit zu tun. Genaugenommen bin ich sogar regelmäßig überrascht, wie gut so ein Brot mit Butter und Belag schmecken kann. Draußen vor allem. Und drinnen, wenn man beispielsweise ein Scheibchen Graubrot mit Ziegenkäse belegt, Honig darüberträufelt, ein bisschen Rosmarin und alles kurz unter den Grill schiebt. Absolut prima.
Bloß hilft es nichts: Bei mir gibt’s abends kein Brot.

Es sei denn, dass es das, was es geben soll, nicht geben kann, weil... nun... nicht (mehr so) gut. Und man plötzlich dasteht mit einem Bund bestimmungsloser Möhren. Und man an dieses Bild denken muss – ja, ich bin ein Bildermensch – das man mal gesehen hat: Von einem Brot mit cremigen Aufstrich und Möhren und Nüssen im Teig.

Beim genaueren Hinsehen wird klar: Das ist eigentlich ein Kuchen. Der aber, sofern man ihm das kuchigste – den Zucker – nimmt, abends ein ganz hervorragendes Brot abgibt. Mit Butter, Käse.
Man ist versucht, über eine Umwidmung nachzudenken: Abendkuchen statt Abendbrot oder so. Ist schließlich der hundertste Beitrag, mangönntsichjasonstnix.
Was meint ihr, 90 Prozent der Deutschen?

Samstag, 18. Januar 2014

Geduld ist eine Tugend: Geschichteter Honigkuchen mit Grießcreme

Es wäre ja nicht so, dass ich allein damit bin. Zumindest habe ich so meine Theorie, woher eine Joy (the Baker) ihre Weisheit nimmt. „Read the dang recipe“ rät sie. Und ich weiß das. Wirklich.

Was mich nicht daran hindert, es doch nicht zu tun. Oder eben: Nicht ganz.
Milch und Grieß zu Brei verkochen? Kindergarten, kein Problem. Butter und Zucker luftig schlagen? Schon längst fertig, und was jetzt? Ach ja: Grieß zu Butter – und hier darf man sich diesen kochend heißen Brei vorstellen, wie er in aller Seelenruhe der zimmerwarmen Buttercreme entgegenrinnt – bis mein Verstand mich fragt, was das da soll.

Mein Hirn springt an, wenn es zu spät ist. Wenn zum Beispiel so ein Grießbrei so eine Buttermasse in einen öligen See verwandelt hat, Luftigkeit adé. Wenn ein Honigzuckerteig klebt wie Hölle, weil er nunmal nicht eisekalt ist, sondern allenfalls handwarm. Und das sind nur zwei von vielen, vielen Beispielen.

Nicht, dass diese Malheurs irreparabel wären – der Kuchen daraus ward durchaus nicht schlecht. Ich frage mich bloß, wann endlich dieser Lerneffekt eintritt, von dem immer alle reden...

Mittwoch, 15. Januar 2014

Thai-Tom(atensuppe), yam


Für Tomatensuppe ist eigentlich meine Schwester zuständig. Sie ist diejenige, die selbige seit zarten Jahren wieder und wieder verlangt, vor allem in italienischen Restaurants. Ich habe das auch probiert – wo käme man schließlich hin, wenn das Geschwisterchen Dinge genösse, die man selbst nicht hat, die aber offenbar aus irgendeinem Grund höchst begehrenswert sind?

Sagen wir: Zwei Löffel lang ging das gut. Das ist die Halbwertszeit von gewöhnlicher Tomatencremesuppe auf meinen Geschmacksknospen. Danach... stört(e) mich 'was: Zu viel Süße, unschöne Säure, die ewige Sahne oder alles zusammen. Weshalb ich mir bald angewöhnte, keine Tomatensuppe mehr zu wollen. Oder zuzubereiten – sieht man von dieser einzigartig suppigen Sauce einmal ab.

Ich bin sehr gut damit gefahren. Man wird schließlich erwachsener und so, von wegen Geschwisterrivalität und Eifersucht, ge'. Alles prima.

Bis zu dem Tage, als ich diese Suppe sah. Auf Lady and Pups, genau. Ich möchte Euch wirklich nicht langweilen, aber die Rezepte da... die sind wirklich so gut! Auch dieses hier: Eine Suppe, wiegesagt. Aus Tomaten (und Zitronengras und Ingwer und Limettenblättern und dem einen und anderen Bisschen mehr). Die nicht nur lecker ist, sondern eine helle Freude: Genau richtig sauer, kein bisschen zu süß, angenehm sämig und viel zu schnell weg.
Gut, dass die Schwester nicht da war. Denn dieses Konkurrenzding...

Samstag, 11. Januar 2014

Carbonara. Auf Pizza. Ohne Cola. Lecker.


„Wir könnten auch heute Pizza essen“, sage ich zum Kerl, der mit mir durchs Fenster in den tropfenden Himmel stiert. „Wir könnten“, sagt der Kerl nach einer kleinen Weile, „auch heute Pizza essen.“
Und so kam es, dass wir Pizza aßen (Statt Linsen, für die wir einmal quer durch die Stadt hätten radeln müssen. Im Regen).

Und zwar die, die er vorher etwas schmählich als „sieht-aus-wie-schonmal-gegessen“ tituliert hatte. Was mir wiederum nicht einleuchten wollte, denn wie kann etwas verlockender anmuten, köstlicher, als ein goldbraun gebackener, herrlich bubbeliger Pizzaboden, auf dem sich langsam eine Sauce aus Parmesan und Eiern verteilt, in die wiederum feine Speckwürfelchen rieseln? Zumal allein die Vorstellung: Pizza mit Käse UND Ei UND Speck – also alldem, was schon in Kombination mit Pasta so unheimlich unschlagbar ist...

Überhaupt habe ich einen kleinen Narren gefressen an diesem Blog, von dem schon die Miso Ramen stammen und dessen Dan-Dan-Nudeln ich ebenfalls hochüberzeugend fand. Die Bilder, Ideen... .
Und, ach ja, diese Pizza, auf der die Kombination von Käse UND Ei UND Speck tatsächlich so gut IST, wie sie sich anhört.
Fand sogar der Kerl. Der zwar seinen Evergreen Paprika-Salami-Schinken darum nicht vom Thron stoßen mag, aber so viel der Ehre muss es für den Anfang vielleicht auch gar nicht sein.

Die Linsen gibt's morgen.

Montag, 6. Januar 2014

Itadakimasu*: Miso Ramen


Für manche Dinge muss man stumpf sein oder reich oder beides. Das ist etwas, das man feststellt, wenn man beim Asiaten steht und sich die Misopaste vor lauter Es kaum halten kann und es kein Dashi gibt und kein Siebengewürzepulver und der Bioladen nebenan für alles das Dreifache will, so er es überhaupt auf Lager hat. Da können einem schonmal kurz die Schultern entgleisen und diese ganze Idee von diesem Bild und dem zugehörigen Rezept für eine mit „Schnaps-“ vorne halten lassen.
Zumindest so lange, bis der Rest des Hirns wieder anspringt und erklärt, dass es kein Mononatriumglutamat sein soll, danke, und auch keine Hefeextrakte (denn das wäre stumpf) und einen die neckischen 20 Euro für drei Zutaten in Bioqualität zurück in die Tasche stecken lässt (schließlich heißen wir nicht Krösus, ge'.).

Wenigstens teilweise: Für ein Gericht, das sich im Wesentlichen „Miso Ramen“ nennt, sollte es wenigstens ein bisschen Misopaste sein – OHNE Zusatzstoffe. Und wenn schon partout keine vergorenen roten Chilibohnen (oder so) aufzutreiben sind, dann muss es halt ein bisschen Sambal Oelek tun. Bio, ja.

Und siehe da: Es tut! Sehr gut sogar: Weil warm und lauschig und rundum behaglich. Ein Süppchen, wie ich es gerne esse – und wieder essen werde. Mit Fleisch und ohne und vielleicht mal mit dem einen oder anderen Pilz. Der Fantasie sind da keinerlei Grenzen gesetzt – nachdem sie sich – siehe oben bzw. unten – schon so hervorragend bewährt hat.

*'N Guten.